Ja mam lubego - CD

CD 5.3.91
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If you travel 100 km south-east of Berlin you will come to the unique and original landscape known as the Spreewald. Here the river Spree divides into almost 200 navigable streams, which meander through green pastures and fertile farmland.
This beautiful area is home to an ancient slavic people the Sorbs, or Wends who settled in East Germany in the 6th Century. They have maintained their rich variety of traditional folk songs and dances.
The Sorbs, are concentrated in the following areas: 1. Lower Lusatia the area around Cottbus, 2. Upper Lusatia the area around Bautzen and 3. between them a narrow band around Spremberg, numbering together about 60.000 people.
The Sorbs have a long and fascinating history of caring for their musical traditions. In the 17th Century single girls between the ages of 18 and 28 would gather together and spin. They would be under the tuition of a professional singer who would instruct them in all the sorb hymns and folksongs.
As community life began to change, choirs took over the responsibility for maintaining the musical traditions. The first comprehensive collection of Sorb folk songs was published in 1841.
This collection of folk songs has been put together over the last 30 years, performed by leading sorb musicians and singers and promoted at home and overseas by the cultural organisations of Bautzen (sorb: Budyšyn) and Schleife (Slepe).
(engl. : Sue Peter)
Audio CD: Folk Songs from the Sorbs of Lower Lusatia
Lieder Niederlausitzer und Schleifer Sorben, gesungen und gespielt u.a. vom Chor und Orchester des Ensembles für sorbische Volkskunst Bautzen, Schleifer Folkloreensemble, Slowakisches Ensemble SLUK.

Gesamtspielzeit: 44:16 Min., 20 Musiktitel
Sprache der Liedtexte: Obersorbisch und Niedersorbisch-Wendisch
20 Seiten Booklet (Text und Fotos)
Begleittexte / Accompanying texts  in sorb., dtsch., english
® Aufnahmen aus den Jahren 1959-1988 des Rundfunks der DDR

AUDIO examples underlined - click to play:
  • 1.   Slepjanska polka - Schleifer Polka  1:10
    2.   Ja mam tam lubcycku - Ich hab' mein Liebchen dort  2:05
    3.   W jadnej ruce Hanku - In einem Arm die Hanka  2:00
    4.   Na piwo co ženska gnas - Frau, die will zum Biere gehn  1:45
    5.   Za Kamjencom za gorami - Hinter Kamenz auf den Höhen  1:50
    6.   Mej ty dobru noc - Hab' nun gute Nacht  1:50
    7.   Letalej stej golbicka dwa belej - Es flogen zwei weiße Tauben  3:35
    8.   Jaskolicka, šwigalicka - Die kleine Schwalbe  0:43
    9.   Plakala Hanica sedym let - Weinete Hanica sieben Jahr  1:50
    10.  Šaparik - Der Schäfer  2:52
    11.  Tam, dzož ten mjeseck swěci - Dort, wo der Mond scheint  2:50
    12.  Ja mam lubego - Lied vom Liebsten  2:01
    13.  Za Kamjencom za gorami - Hinter Kamenz auf den Höhen  2:45
    14.  Ach zdenkuj, luby zdenkuj - Bedenke, Lieb, bedenke  2:45
    15.  Poscel, maci běłe łoža - Die Burschen kommen  2:05
    16.  Do drjowa - Sluzyla Anka - Ins Holz - Es diente Anka  1:46
    17.  Tam ten šwernowc Kito jědzo - Der Schwerenöter Kito  1:40
    18.  Jeno, až se rejujo - Zum Tanze aufgespielt  3:05
    19.  Maci stara, njeswarčo - Mütterchen, ach zank nicht mehr  2:10
    20.  Daj mi jene jajko - Gib mir ein Ei  2:00

Die Sorben oder „Wenden“ - wie sie seit Jahrhunderten von den Deutschen genannt wurden -
bewohnten ursprünglich (Siedlungszeit etwa seit dem 6. Jh.) den gesamten Raum vom Bober bis zur Saale und vom Mittelgebirgsrand bis an den Südrand Berlins. Im Laufe der Zeiten verengte sich jedoch dieses Gebiet zusehends und löste sich zu Beginn unseres Jahrhunderts in zwei Sprachinseln auf. Die nördliche liegt in der Niederlausitz um Cottbus (sorb. Choscebuzsc), die südliche im Raum Bautzen (Budyšyn). Bindeglied zwischen Nieder- und Oberlausitz ist die Region um Schleife (Slepe) in der Nähe von Spremberg.
Träger der sorbischen Musikkultur war seit jeher das Volk selbst, dem Tanz und Gesang ein ständiger und treuer Begleiter durch das Leben waren. Die Volksmusikanten (gerce), die sich der Musikpflege in besonderem Maße annahmen, konsolidierten sich im 17. Jh. sogar als Berufsstand. Sie traten als "Zünfte wendischer Spielleute" in mehreren Städten und Kreisen der Lausitz (Bautzen, Görlitz, Cottbus, Guben und Luckau) sowie in den Amtsdörfern der Herrschaften Lübben und Neuzauche bis um das Jahr 1800 öffentlich in Erscheinung. Mit ihren altertümlichen, selbstgefertigten Instrumenten, wie Dudelsack (kozoł, měchawa), Schalmei (tarakawa) und sorb. Geige (gusle, fidle) spielten sie zu Tanz und Volksfesten auf und begleiteten Hochzeiten und Kindtaufen.
Traditionelle Pflegestätten der sorbischen Vokalmusik, sowohl des weltlichen als auch des geistlichen Gesanges, waren u.a. die weitverbreiteten Spinnstuben. In diesen fanden sich ledige Mädchen im Alter von 18-28 Jahren unter der Leitung ihrer Kántorka, der Spinnstubenleiterin und Vorsängerin  zusammen, um an den langen Herbst- und Winter-abenden gemeinsam zu singen. Mit der Auflösung der festgefügten bäuerlich-dörflichen Gemeinschaft schwanden vielerorts auch die Spinnstuben.
Ihre Rolle bei der sorbischen Gesangspflege wurde etwa seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts zunehmend von neuentstandenen Chören übernommen.
Bereits gegen Ende des 18. Jh. begannen einzelne Personen mit dem Sammeln sorbischen Liedgutes. Die umfangreichste Sammlung von allen stellt das 1841/43 erschienene Werk des sorb. Wissenschaftlers und Publizisten J.A.Smoler „Volkslieder der Wenden in der Ober- und Niederlausitz“ dar, das 331 ober- und 200 niedersorbische Lieder und Tänze umfaßt. Hierbei ist zu bedenken, daß infolge  der über Jahrhunderte andauernden Germanisierung lediglich ein Bruchteil des einst im Sorbenland vorhandenen musikalischen Reichtums erhalten und überliefert ist. Insgesamt liegen heute weit über 1000 Titel sorbischer historischer Musikfolklore vor. Im Verhältnis zur Größe ihres Ethnikums haben die Sorben somit den weitaus größten Schatz an Volksliedern und Tänzen unter den slawischen Völkern.
Die vorliegenden Tonaufnahmen entstanden in den letzten drei Jahrzehnten unter der Leitung hervorragender sorbischer Musikerpersönlichkeiten, wie Jurij Winar, Alfons Janca, Jan Chlebnicek  sowie MD Jan Bulank. Sie enthalten hauptsächlich Interpretationen zweier künstlerischer Vereinigungen, des Ensembles für sorbische Volkskultur Bautzen und des Sorbischen Folkloreensembles Schleife.
Leiter: Wolfgang Kotissek), welche bis in die Gegenwart  die Lieder und Tänze unserer Vorfahren pflegen und einem zahlreichen Publikum im In- und Ausland mit Begeisterung vorstellen.
Měto Pernak