Tagebuch einer großen Liebe

EX 2006-12
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Audio CD: Tagebuch einer großen Liebe - 22 Lieder von Leopold Schefer.
Limitierte Jubiläumsausgabe zum 222. Geburtstag von Leopold Schefer.

Herausgeber: Freundeskreis Lausitzer Musiksommer, Bautzen
Gesamtspielzeit: 78:28 Min.
Einführungstext von Ernst-Jürgen Dreyer und Bernd-Ingo Friedrich,
mit sämtlichen Liedtexten im Booklet
CD mit Booklet 16 Seiten, 6 Farbabbildg.
© 2006 KONSONANZ Musikagentur Bautzen

Die CD bringt erstmals 17 Lieder aus Leopold Schefer’s Gesänge zu dem Pianoforte, Musik vom Dichter, herausgegeben vom Grafen von Pückler-Muskau (Leipzig, Breitkopf und Härtel 1813) und weitere 5 Lieder aus dem musikalischen Nachlaß Schefers (Goethe-und Schiller-Archiv Weimar) auf CD zu Gehör. Die bis 1995 völlig unbekannten Lieder sind von hoher Qualität und Eigenständigkeit und können sich neben denen Schuberts und Schumanns behaupten; von einigen der besten heißt es in der Zeitschrift Musikforschung (2005) „daß selbst Kenner nicht zu sagen wüßten, weshalb sie nicht von Schubert stammen könnten.“ (Peter Gülke, Basel)
Weitere Informationen: http://schefer.kulturpixel.de/artikel/45_Leopold_Schefer_Agnes_von_Pueckler_22_Lieder

Rezensionen:
Wolfgang Hirsch (Chefredakteur der Musikredaktion der TLZ)
„Liederreigen voll unerfüllbarer Sehnsüchte. Eine Muskauer Liebe“
in: TLZ Weimar vom 8. Oktober 2006
Eigentlich nicht in die zweite Reihe frühromantischen Kunstschaffens gehört der Muskauer Dichterkomponist Leopold Schefer (1784-1862). Daß der vergessene Autodidakt, der literarisch vor allem mit Gedichten und Novellen hervortrat, als Kunstlied-Komponist wieder zu entdecken ist, verdankt die Musikwelt den Akteuren des Lausitzer Musiksommers und dem Herausgeber Ernst-Jürgen Dreyer, die sich anläßlich seines 222. Geburtstages am 30. Juli mit mehreren Veranstaltungen und nun auch mit der CD „Tagebuch einer großen Liebe“ seinem sehnsuchtsvollen Liedschaffen zuwendeten [...].
eine Lieder, die überwiegend der Zeit zwischen 1808 und 1814 entstammen, gelten als sublimatorisches Zeugnis einer unstandesgemäßen […] Liebe […] zu der Komtesse Agnes Pückler. Entsprechende emotionale Intensität entfalten die Gesangsstimmen, die weniger volkshaft-eingängigen Charakter als etwa die des Zeitgenossen Franz Schubert besitzen, indes von meist reizvoll-originellem Klaviersatz unterstützt werden […].

Nikolaus Gatter
Germanist, Schriftsteller, Kritiker, Liedermacher, Übersetzer und Sammler von Lesefrüchten; Vorsitzender der Varnhagen Gesellschaft e. V.)
in: Gazzetino. Mitteilungen der Varnhagen Gesellschaft e.V. No. 20 (2007)
Das "Tagebuch einer großen Liebe" - nämlich 22 anrührende Lieder des Dichters Leopold Schefer - wurde[...] auf einer liebevoll produzierten, mit informativem Beiheft ausgestatteten CD veröffentlicht. Der Sekretär und Domänenverwalter des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau hatte in den meisten dieser nun als Zyklus offerierten Lieder die 14-jährige Komtesse Agnes von Pückler, seine unglückliche Jugendliebe besungen. Entsprechend melancholisch nehmen sich manche von ihnen aus ("Lied des Schmachtenden", "Verlangen", "An die Ungetreue"), andere lassen in lyrischen Neologismen und überraschenden Metaphern die Sprachkraft des von Arno Schmidt gelobten Freigeists erkennen. Die meisten der Lieder wurden 1813 als "Gesänge zu dem Pianoforte", andere hier erstmals nach den Manuskripten veröffentlicht. Einen einführenden werkgeschichtlichen Text schrieben Ernst-Jürgen Dreyer und Bernd-Ingo Friedrich. Die CD ist bei der Musikagentur Konsonanz in Bautzen erhältlich.

Nikolaus Gatter
in: Folker. Das Magazin für Folk, Lied und Weltmusik. Nr. 4/ 2007, Christian-Ludwig-Verlag
u8232 [...] Junge Künstler, engagierte Spender machten es möglich, daß erstmals ein Liederzyklus auf CD eingespielt wurde. Er handelt von hoffnungsloser Liebe [Schefers] zu Pücklers Schwester Agnes, die der Vater [der Bruder, also Pückler!] standesgemäß einem Cousin zur Frau gab. Vom „Leben des Lebens“ über das erste „Ich liebe dich“, vom „Nachtbesuch“ bis zum „Lied des Schmachtenden“ und zur „Ewigen Klage“ reicht die Skala dieser empfindsamen Katastrophe, die uns mit perlenden Fiorituren und Melismen in die Frühromantik entführt, wo „sich Lust so spurlos vergißt“ und wo „mit dem Götterauge/ meines Fernrohrs am Mond ich sauge ...“