75 Jahre St. Ansgar, Berlin

ISBN 3-933757-04-5
  • Description
  • More Details
Grußwort des Bundespräsidenten Johannes Rau
Schloß Bellevue liegt nicht nur an der Spree zwischen Innenministerium und Kanzleramt im Tiergarten, sondern auch auf dem Gebiet, das zur Pfarrgemeinde St. Ansgar gehört, die in diesem Jahr ihren fünfundsiebzigsten Geburtstag feiert. Da gratuliere ich als Nachbar gern und sage bei aller Unterschiedlichkeit der Aufgaben: Es sind dieselben Menschen, für die wir Verantwortung tragen wollen und sollen. Ich wünsche der Pfarrgemeinde St.Ansgar im Hansa-Viertel einen Geburtstag, der zu dankbarem Rückblick und hoffnungsfrohem Ausblick in gleicher Weise Anlaß gibt.
Buch: Festschrift
aus Anlass des 75-jährigen Bestehens der Gemeinde St. Ansgar im Hansa-Viertel (Berlin) 1926-2001

Autoren: Bertram Janiszewski, Martin Ludwig u.a.

Sachgruppe: Kirchengeschichte, Sprache: Deutsch
Umfang: 144 Seiten, ca. 350 Abbildungen
Format: H 20,0 x B 20,0cm, 0,9cm dick, Einband: Paperback
Herausgeber: Kirchengemeinde St. Ansgar, Berlin
© 2001 SERVI
Restauflage, reduzierter Preis in diesem Shop: statt 12,95 nur 5,95

Grußwort des Erzbischofs von Berlin

Georg Kardinal SterzinskyIn mancher Hinsicht ist die St. Ansgar-Kirche in Berlin-Tiergarten, deren Gemeinde ihr 75jähriges Bestehen in diesem Jahr begehen wird, einzigartig und markant. Die Lage der Kirche ist zentral und dennoch verborgen. Welcher Tourist, der das Brandenburger Tor, den Reichstag oder das in Fertigstellung begriffene Bundeskanzleramt besucht, wird wissen, daß er damit das Gemeindegebiet der Pfarrei St. Ansgar betritt? Die geschichtliche Besonderheit dieser Kirche liegt nicht in ihrem Alter, sondern darin, daß sie – nachdem die St. Canisius-Kirche in Charlottenburg 1996 abbrannte – nunmehr der älteste erhaltene katholische Kirchneubau Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg ist. Bei der Konzeption wurde bewußt auf historische Vorbilder verzichtet. Der parabelförmige Grundriß des Gebäudes bringt Elemente einer geosteten Kirche zusammen mit Elementen einer den Communio-Charakter betonenden zentrierten Anordnung. So wird der Blick des Beters zu Kreuzigungsgruppe und Altar – zu Christus –, aber auch auf die Schwester und den Bruder gelenkt. Zusammen mit den zahlreichen Fenstern erinnern die Seitenwände, die wie ausgebreitete Hände wirken, daran, daß die durch die Communio gestärkten Christen in die Welt entlassen werden. Dort haben sie ihre Aufgaben zu erfüllen. Ein treffendes Bild für die Kirche, die als Gemeinschaft der Gläubigen gesandt ist. Der Name der Kirche schlägt bedeutsame Brücken. Der heilige Ansgar (801-865), der erste Bischof von Hamburg, „Apostel des Nordens“ genannt, wirkte in den nördlich und nordwestlich des Erzbistums Berlin gelegenen Gebieten als Missionar. Sein Leben war durch großen persönlichen Einsatz und geringe sichtbare Erfolge gekennzeichnet. Wer könnte besser als er uns Heutigen deutlich machen, daß die Wirksamkeit der Verkündigung der Frohbotschaft zuallererst in Gottes Hand liegt? Der heilige Ansgar ist inzwischen auch zu einem kirchenverbindenden ökumenischen Heiligen geworden. Mit den Katholiken sehen sich auch die evangelischen Christen Norddeutschlands in der Kontinuität mit dem heiligen Ansgar. Auch für uns Christen in Berlin ist das Wesentliche der Blick auf den Grund unseres Glaubens und das gemeinsame Erbe aller Christen. Ich wünsche allen, die die St. Ansgar-Kirche besuchen, insbesondere den Schwestern und Brüdern der zur Kirche gehörenden Pfarrgemeinde, daß sie durch dieses Gotteshaus spirituell inspiriert werden!

Georg Kardinal Sterzinsky; Berlin, im April 2001