Domizna moja, lubozny krajo CD

CD 1.8.92
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Audio CD: Pawoł Šolta - Porträt des sorbischen Sängers
Portret serbskeho spěwarja Pawoła Šołtu, z nim spěwaja a hudźa Daniela Hase (voc.), Liana Bertók (piano) a "Kocor-kwartet Budyšin"

Sachgruppe/Style: sorbisches Kunstlied
Gesamtspielzeit: 58:34 Min.; insg. 21 Musiktitel
Sprache der Liedtexte: Obersorbisch und Niedersorbisch-Wendisch
12 Seiten Booklet (Text und Fotos), farbige Inlaycard
Begleittexte: Obersorbisch, Deutsch
® Aufnahmen / recorded 1992 SERVI

AUDIO examples underlined - click to play:

1.   Hanka, ty brune, brune wócko - In den Beeren  1:45
2.   Staraj budzemoj - Ewige Liebe  3:47
3.   Dwe rózicce mi kceještej - Zwei Röslein erblühen mir  2:12                     
4.   Tak cicho je - Es ist so still  2:28                     
5.   Pri kolebce - An der Wiege  1:35                     
6.   Do drjewa - Ins Holz  3:32
7.   Zla zentwa - Eine böse Heirat  1:37                     
8.   Dešcik dze - Regen  1:24
9.   Tri ptacatka - Drei Vögelchen  2:48
10.  Hdy bych ja byla rózicka - Könnt ich die schönste Rose sein  4:20
11.  Ach, moja gola - Heide, du grüne  3:13
12.  Idylka - Idylle  3:43
13.  Moja wjeska - Mein Dörfchen  2:35
14.  Wojowanje wo lubu - Der Kampf um die Liebste  3:57
15.  Róza - Die Rose  2:02
16.  Šolta chce mi dzowku dac - Angewiesen  2:22
17.  Swjatojanska muška - Glühwürmchen  1:36
18.  Wotucenje - Frühlingserwachen  3:22
19.  Za Kamjencom za gorami - Der unglückliche Schwimmer  3:52
20.  Wopušcenosc ­ - Verlassenheit  2:34
21.  Net meja na zeleni - Maria Maienkönigin  2:17

Die Kunstmusik der Sorben, des kleinsten in Deutschland beheimateten slawischen Volkes, hat eine beachtliche Tradition, die im sakralen Bereich bis ins ausgehende Mittelalter reicht. Das erste weltliche Dokument hingegen stammt nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung aus dem Jahre 1766. Es handelt sich hier um eine „Jubiläumsode”, die der Jurastudent Jurij Rak (1740-1799) aus Anlaß des 50jährigen Bestehens des „Wendischen Predigercollegiums” in Leipzig getextet und vertont hat.
Einen bedeutenden Höhepunkt erreichte die Entwicklung um die Mitte des vorigen Jahrhunderts durch das Wirken des Kantors und Lehrers Korla Awgust Kocor (1822-1904), der gemeinsam mit dem Pfarrer und Dichter Handrij Zejler (1804-1872) seit 1845 die sorbischen Gesangsfeste begründete, die einen großen Beitrag zur nationalen Identität der Sorben leisteten. Als Komponist schuf Kocor neben Kammermusik, Kunstliedern und Chören abendfüllende weltliche und geistliche Oratorien sowie zwei Opern.
Weitere namhafte Persönlichkeiten der sorbischen Musikgeschichte sind der Historiker Jurij Pilk (1858-1926), der Sächsisch-Königliche Musikdirektor Bjarnat Krawc (1861-1948) sowie der Gründer des heutigen Sorbischen National-Ensembles Jurij Winar (1909-1991). Die nach 1945 herangewachsenen sorbischen Komponisten fühlen sich den Intentionen ihrer Vorfahren verpflichtet, die namentlich im Kunstliedgenre durch einen stark ausgeprägten Nationalsinn Beachtliches leisteten.
Der 1934 in Piskowitz (Peskecy), Kreis Kamenz, geborene Bariton Pawol Šolta-Scholze gehört dem Sorbischen National-Ensemble seit seiner Gründung an. Eine solistische Gesangsausbildung absolvierte er von 1962-1967 an der Dresdner Musikhochschule „Carl Maria von Weber”. Er ist der namhafteste sorbische Gesangsinterpret, der über ein umfangreiches Repertoire verfügt, in dem vor allem das sorbische Kunstlied aus Vergangenheit und Gegenwart einen breiten Raum einnimmt.
Detlef Kobjela