Sprjewjan - MC

MC 4.1.91
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The Sorbs are an ancient slavic people who settled in East Germany in the 6th Century. They are concentrated in a romantic and beautiful area known as Spreewald, where the river Spree divides into countless navigable streams which meander through fertile farmland.
The Sorbs, although only a small community 70.000 strong, have maintained their language, customs and culture. Music, in particular plays an important role in daily life, and a rich variety of folk songs and dances flourish throughout the region. One of the oldest epic ballads from the 10th - 12th Century - "Serbow dobyca - The Sorbs Victorious" depicts the saga of the battles of the Sorbs to gain independence. As in most folk songs, the Sorbs too, sing about the trials and tribulations of daily life.
The folk group Sprjewjan, who take their name from the River Spree, have been singing together since 1979. They are dedicated to maintaining and reviving the traditioneal music of the Sorbs. Their songs, ballads and dances illustrate the history, customs, traditions and vitality of its people.The music of Sprjewjan is appreciated not only by those living in the area but also by many others, due to concerts, and folk festival held throughout Europe and Africa.
(engl: Sue Peter)

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Audio MC: Mit sorbischen Liedern durch die Lausitz
Folk Songs from the Sorbs of Upper and Lower Lusatia - a musical journey trough the Spreewald.

Sachgruppe: sorbische Folklore
MC-Gesamtspielzeit: 46:10 Min., insgesamt 17 Musiktitel
Sprache der Liedtexte: Obersorbisch und Niedersorbisch (3 Lieder)
8 Seiten Booklet (Text und Fotos)
Begleittexte in Sorb., Dtsch., Engl.
® Aufnahmen aus den Jahren 1978 - 1991
© Deutsches Rundfunkarchiv, Fernsehen der DDR
© 1991 Compilation/dig. Master: Jan Bilk
(Porto-Kosten für MC: 2,60 €)

AUDIO examples underlined - click to play:

strona/Seite A
1.   Nastup muzikantow - Auftritt der Musikanten  2:05
2.   Wonecan kermušu - Kirmis irgendwo  1:35
3.   Schylila jo se jarobinka - Die trauernde Eberesche  1:20
4.   Bajka - Märchen  3:12
5.   Šaparik - Ballade vom Schäfer  1:55
6.   Wódny muz - Der Wassermann  1:35 
7.   Lastojcka - Die Schwalbe  1:35
8.   Šol je tón hólcik - Es ging der Bursche  1:20
9.   Mej ty dobru nóc - Gute Nacht  1:52
10.  Za serbskeju golu - Heiliger Georg  4:35

strona/Seite B
11.  Kleskata "Cakaj ty" - Klatschtanz "Warte du"  3:12
12.  Wjerc mje pola herca, Njewjescinske wuzohnowanje - Dreh mich im Reigen, Abschied der Braut  2:07
13.  Burowa skórzba - Bauernklage   2:32
14.  Serbow dobyca - Der Sorben Siege  2:10
15.  Luziska reja - Lausitzer Tanz  6:02
16.  Pjanz muz a strózbna zona - Betrunkener Mann und nüchterne Frau  2:15
17.  Do Jenkec - Nach Jenkwitz  1:55

“Mit sorbischen Liedern durch die Lausitz"
- dieser musikalische Weg führt in den Osten Deutschlands, in die Lausitz. Andächtig  fließt die Spree (sorb. Sprjewja) durch die Ober- und Niederlausitz. Hier liegt die  seit über einem Jahrtausend angestammte Heimat der Sorben, des kleinsten slawischen Volkes. Mit der Volksmusik und dem Volksmusikantentum der Westslawen (Polen, Tschechen, Slowaken, Mähren) fest verwurzelt, spielt die Musik auch im Leben der Sorben eine zentrale Rolle.
Reich und vielfarbig sind ihre Musizier- und Gesangstraditionen, die, überliefert bis in unsere Tage, noch in verschiedenen Gebieten der Ober- und Niederlausitz lebendig sind und gepflegt werden.
Reichhaltiges authentisches Material bietet die umfangreiche Volksliedsammlung von Leopold Haupt und Jan Arnošt Smoler “Volkslieder der Wenden in der Ober- und Niederlausitz” (1841/43), wesentlich ergänzt durch spätere Veröffentlichungen u.a. der beiden tschechischen Ethnographen und Musikethnologen Ludvík Kuba und Adolf Cerny´.
Smoler hat das sorbische Volkslied in seiner Sammlung in folgende Kategorien gegliedert: Feldlieder (prezpólne), Sätzchen oder Gesetzchen (hróncka), Tanzlieder (reje), Rundgesänge (wuzenjenja), Hochzeitslieder (kwasne spewy), Bittlieder (stonanja) sowie Legenden (pokerluški). Balladen mit 60 - 80 Strophen sind im sorbischen Volkslied keine Seltenheit. Die Sänger lieben kräftiges Singen und bevorzugen hohe Lagen.
Wie bei allen westslawischen Völkern überwiegt in der Liedharmonik die Dur-Tonalität. Daneben stehen nach Schätzungen Ludvik Kubas etwa 12 Prozent aller bis 1900 bekannten sorbischen Melodien in den sogenannten Kirchentonarten, wobei der “dorische” und der “aeolische” Modus am häufigsten nachweisbar sind.
Eines der ältesten epischen Lieder aus dem 10. bis 12. Jahrhundert “Serbow dobyca - Der Sorben Siege” beschreibt den Kampf sorbischer Stämme um ihre Unabhängigkeit. Wie in den Liedern aller Völker, wird auch in den sorbischen Volksliedern die alltägliche Freude und das Leid ihrer Schöpfer und Träger besungen, wobei kaum ein Bereich menschlichen Zusammenlebens unerwähnt bleibt.Seit 1979 hat sich die Folkloregruppe Sprjewjan dem sorbischen Volkslied verschrieben. Mit ihrem vom Fluß SPRJEWJA abgeleiteten Namen verweisen die Instrumentalisten und Sänger sowohl auf ihre nationale Zugehörigkeit als auch auf ihre musikalische Heimat. Die von Sprjewjan vorgetragenen Balladen, Tanz- und Scherzlieder -authentisch oder musikalisch bearbeitet- erzählen von Geschichte und Geschichten des sorbischen Volkes, von seinen Sitten und Bräuchen und nicht zuletzt von der Vitalität ihrer Träger.
Daß Sprjewjans Musik aber auch für Zuhörer außerhalb der Lausitz von besonderem  Reiz ist, beweisen die zahlreichen Auftritte, Festivalteilnahmen und Gastspiele in vielen Ländern Europas und Afrikas.
Šcepan Brankatschk